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Menschen mit Behinderung  


Berufsschüler trainieren mit Menschen mit Behinderung

Die Ampel ist keine Barriere

von Markus Schönherr

Menschen mit Behinderung sind sicher zu Fuß - so heißt das Projekt, dass von Berufsschülern auf den Weg gebracht wurde. Die angehenden Heilerziehungspfleger helfen Menschen mit Behinderung, sich im Straßenverkehr zurechtzufinden.

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Sicher über die Straße. Die Berufsschüler zeigen, wie es geht.

Kalt ist es an diesem Abend. Saukalt. Marcel Bruland, Sophia Ossing, Jana Lütkenhorst und Jenny Thewes, die in der Kälte auf neun Bewohner des Caritas-Wohnheims warten, hüpfen von einem Bein aufs andere, um sich warm zu halten. Dick eingepackt mit Mützen und Handschuhen und mit Warnwesten kommen die Männer und Frauen des Wohnheims auf die Oberstufenschüler des Lise-Meitners-Berufskollegs Stadtlohn zu. Nach einem herzlichen "Hallo" zieht die muntere Truppe los in Richtung Weseler Landstraße.

An einer Ampel möchten die angehenden Heilerziehungspfleger mit den Menschen mit Handicap ein sicheres Überqueren der Straße trainieren. Im Rahmen eines schulischen Verkehrssicherheitsprojektes, das die vier Borkener "Menschen mit Behinderung sind sicher zu Fuß" betitelt haben, ist die Gruppe zum vierten Mal in der Stadt unterwegs. Kontakte zwischen den Auszubildenden und dem Caritas-Wohnheim existieren durch Praktika und Zivildienstzeit.

Bruland, Ossing, Lütkenhorst und Thewes unterstreichen, wie wichtig es ist, Menschen mit Behinderung Verhaltenstipps für den Straßenverkehr zu vermitteln: "Einige Bewohner sind manchmal allein unterwegs." Der eine oder andere habe schon brenzlige Situationen am Zebrastreifen oder an der Ampel erlebt.

Gut vorbereitet hat sich das Schülerquartett für seine verantwortungsvolle Aufgabe. Ein Gesamtkonzept wurde erarbeitet: "Fotos von Straßenschildern wurden gemacht und diese mit den Männern und Frauen besprochen." An den Ampeln schließlich angekommen wird es ernst für die Bewohner des Caritas-Hauses. Die Berufsschüler erklären den aufmerksam zuhörenden Männern und Frauen, worauf sie beim Überqueren der Straße achten müssen. "Wenn die Ampel grün zeigt, bitte zügig rübergehen, auch wenn die Ampel wieder auf rot umspringen sollte." Aber: "Bevor ihr losgeht, schaut nach links und rechts. Achtet auf abbiegende Autos, die euch vorbeilassen müssen. Guckt, ob die Fahrer euch wirklich gesehen haben."

Mehrmals quert die Gruppe im Schein der Lampen die Straßen. "Wir möchten durch das Training erreichen, dass sich die Bewohner sicherer im Alltag fühlen", erläutern die Berufsschüler die Intention ihres Projekts. An Abenden zuvor hatte die Gruppe etwa an Zebrastreifen und Kreisverkehren trainiert. Die Teilhabe der Menschen mit Behinderung an alltäglichen Dingen, auch an der Fortbildung, ist den Berufsschülern von Bedeutung: "Menschen mit Handicap sind nach der UN-Behindertenrechtskonvention gleichberechtigt."

Quelle: Borkener Zeitung