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Petra Eisenbarth, Sozialdienstleiterin

Im Mensing 15
46348 Raesfeld

Telefon: 02865 95700
Fax: 02865 957099

E-Mail: st-martin@caritas-borken.de

 
Seniorenhaus Sankt Martin  

Vertrauen aufbauen

Irmgard Röskenbleck hat die "Ausbildung zur ehrenamtlichen, seelsorglichen Mitarbeit in katholischen Einrichtungen der Altenhilfe" absolviert. Im Seniorenhaus St. Martin in Raesfeld bringt sie sich nun als ehrenamtliche Seelsorgerin ein.

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Von links: Luzie Hetkamp, Irmgard Röskenbleck
und Petra Eisenbarth  

Bereits seit dem Bau des Hauses vor 15 Jahren war Irmgard Röskenbleck als "normale Ehrenamtliche" in der Beschäftigung und Begleitung der Bewohner tätig gewesen. Als seelsorgliche Mitarbeiterin besucht sie nun die Bewohner des Seniorenhauses St. Martin in ihren Zimmern und bringt dafür viel Zeit und Offenheit mit. "Seelsorge in unserem Haus findet in der Regel im Einzelkontakt statt", erklärt Petra Eisenbarth, Leiterin des Sozialen Dienstes, die die Einsätze der seelsorglichen Mitarbeiter koordiniert. Der seelsorgliche Gesprächbedarf gehe von dem jeweiligen Bewohner aus. Dabei gebe es weder zeitliche noch inhaltliche Vorgaben. "Auch durch das bloße Zuhören, tun wir etwas für die Seele", ist sie überzeugt.

Seelsorge sei, Vertrauen zu den Menschen aufzubauen und auf Zeichen der inneren Öffnung zu achten, umschreiben Irmgard Röskenbleck und ihre Kollegin Luzie Hetkamp, die an dem Ausbildungskurs ein Jahr zuvor teilgenommen hat, ihre Aufgabe. "Wenn der Bewohner religiöse Andeutungen macht, gehen wir darauf ein", so die beiden Ehrenamtlichen. Dabei wechselten durchaus die Reaktionen der Bewohner auf das Gesprächsangebot der seelsorglichen Mitarbeiterinnen. "Ich habe schon auf Sie gewartet" oder "Kommen Sie gerne wieder" seien "Rückmeldungen, die gut tun". Aber auch "Ich will heute nicht reden" oder die schroffe Frage "Was wollen Sie von mir?" müsse akzeptiert werden und dürfe nicht persönlich genommen werden.

"Seitdem ich die Fortbildung gemacht habe, bin ich sicherer im Umgang mit den Bewohnern geworden", sagt Irmgard Röskenbleck. Durch Wissen, Selbsterfahrung und der Kenntnis bestimmter Handlungsabläufe könne sie den Bewohnern offener begegnen. Schwierige Situationen könne sie besser aushalten. "Wenn jemand anfängt zu weinen oder zu schimpfen, versuche ich, da zu bleiben und den Kontakt nicht abreißen zu lassen."

Manchmal würden die Bewohner explizit die spirituelle Dimension berühren. "Dann biete ich an, gemeinsam zu beten oder ein Lied zu singen." Dazu müsse aber ein Grundvertrauen bestehen. Auch traue sie sich nun, beispielsweise ein Segensritual, durch ein Kreuzzeichen auf die Stirn oder dem Auflegen der Hände, dem Bewohner anzubieten. "Keinesfalls soll der Glaube übergestülpt werden", sind sich Irmgard Röskenbleck, Luzie Hetkamp und Petra Eisenbarth einig. "Wir wollen die Tür zu den Bewohnern öffnen." Das könne nur gelingen, "wenn wir den Menschen in seiner Tiefe kennen und verstehen lernen", so Petra Eisenbarth.