Kontakt

Andreas Dawo
Turmstraße 14
46325 Borken
Telefon: 02861 945 710
E-Mail: schuldnerberatung-borken@caritas-familienservice.de

 
Borken, 30. Mai 2014  

Jahresbericht aus der Schuldnerberatung:

Regierung beschließt Reform des Insolvenzrechts, Beratungsstellen dabei eingebunden

Nach langen Verhandlungen wurde die Reform des Insolvenzrechts in 2013 beschlossen. Die meisten Regelungen werden ab 1. Juli 2014 in Kraft treten. Über unsere lokalen MdB´s waren wir hier eingebunden und konnten erreichen, dass auch künftig das uns sehr wichtige gerichtliche Zustimmungsersetzungsverfahren erhalten bleibt. Ob es Schuldnern in der Insolvenz künftig gelingen wird, die sehr hohen Hürden für eine Restschuldbefreiung schon nach drei Jahren zu erreichen, können wir uns kaum vorstellen. Schuldner, welche die gesamten Verfahrenskosten in Höhe von etwa 2.000 Euro bezahlen, erhalten zukünftig nach fünf Jahren eine Befreiung der Restschulden.

Unsere Beratungsstelle hat mit erstmals mehr als 800 Klienten in der Langzeitberatung und einem Verbindlichkeitenvolumen von mehr als 35 Millionen Euro einen neuen Allzeitrekord aufgestellt und war erneut ganzjährig voll ausgelastet. Wartezeiten für Ersttermine und für die Insolvenzantragserstellung ließen sich aufgrund der extrem hohen Nachfrage nicht immer vermeiden.

Die personelle Besetzung hat sich 2013 geändert. Frau Diplom Kauffrau Karin Schmittmann kehrte nach der Elternzeit wieder zurück und hat von Frau Nicole Gebker nun die Zuständigkeit für die Sprechstunden in Borken übernommen, so dass nun Herr Andreas Dawo und Frau Schmittmann an vier Tagen pro Woche in Borken Sprechzeiten anbieten können. Erneut wurde viel in die Weiterbildung der Mitarbeiter investiert. Seminare zum Unterhaltsrecht, dem SGB II, dem Zwangsvollstreckungsrecht und zum Regelinsolvenzverfahren für aktuelle und ehemalige Selbstständige wurden besucht.

Auch in 2013 haben wir wieder Präventionsmaßnahmen im Kreis Borken für die unterschiedlichsten Zielgruppen durchgeführt. Unter anderem haben Frau Bushoven und Herr Elsing in den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen des Benediktushofes in Reken einen Exkurs zum Thema Umgang mit Geld und insbesondere Internetfallen gegeben. Darüber hinaus wurden die beiden Mitarbeiter mehrmals von der Kreishandwerkerschaft Borken und dem Berufsorientierungszentrum eingeladen, um zu Themen wie zum Beispiel Kostenminimierung und Schuldenfallenvermeidung zu referieren. Die Zielgruppen waren entweder langzeitarbeitslose Menschen ab dem 25. Lebensjahr oder junge Erwachsene, die sich in berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen befanden.

Für den richtigen Umgang mit Geld kann man nicht jung genug sein. Das hat eine weitere Fortbildungsreihe in Kooperation mit dem Familienzentrum Vreden ergeben. Zielgruppe waren in diesem Falle die Vorschulkinder der Kita. Durch die Finanzierung aus Landesmitteln im Rahmen des landesweiten Projektes „Finanzkompetenz NRW“ konnten wir drei Tage lang den Kindern auf spielerische Art den Umgang mit Geld näher bringen. Zum Beispiel wurde mittels eines Bankbesuches den Kindern aufgezeigt, dass der Geldautomat von hinten befüllt werden muss, damit vorne auch Geld herauskommen kann. Aber auch für interessierte Eltern wurde im Rahmen des Projektes „Clever Haushalten“ ein niederschwelliges Angebot geschaffen, um jungen Menschen und Familien die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen zu sammeln im Zusammenhang mit dem Umgang mit Geld.

Herr Dawo referierte auf Einladung der IHK Nord Westfalen in Bocholt, dem Sozialausschuss im Kreishaus in Borken, sowie den Jobcentern in der Region Ahaus und auch der Region Borken. Mit dem Insolvenzgericht in Münster sowie den Vollstreckungsstellen der Amtsgerichte Borken und Ahaus fand ein reger persönlicher und telefonischer Austausch statt. Gleich elf Neufälle gab es in der Sitzung für den Bewilligungsausschuss des Bürgschaftsfonds für die Dekanate Ahaus und Vreden e.V.

Die Klienten kommen inzwischen in einem deutlich früheren Stadium als in den letzten Jahren. Dies ist sehr gut, da es uns weitaus mehr Handlungsoptionen ermöglicht, Beratungen und Gläubigerverhandlungen werden dadurch aber auch wesentlich umfangreicher und zeitintensiver. Auch nehmen multiproblembeladene Klienten zu. Hier ist es gut, dass wir über ein sehr gutes Netz zur Vermittlung an andere Dienste der Caritas und sonstiger Anbieter verfügen. Deutlich mehr Arbeit hat die Einführung des Pfändungschutzkontos mit sich gebracht. Wir haben auch 2013 wieder eine Vielzahl von Beratungen hierzu vorgenommen und bereits weit mehr als 1.000 Bescheinigungen ausgestellt. Leider gibt es bis heute
hierfür keinerlei finanzielle Förderungen.