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Psychologische Beratungsstelle
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Borken, 20. November 2014  

Fortbildung für Fachkräfte in U3-Gruppen

Die Psychologische Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern des Caritasverbandes für das Dekanat Borken entwickelt im Auftrag der Stadt Borken ein Fortbildungsangebot für Fachkräfte aus U3-Gruppen in Kindertageseinrichtungen.

Ulrike Stening-Peters
Ulrike Stening-Peters

Immer mehr jüngere Kinder besuchen eine Kindertageseinrichtung. "Stärker als bei älteren Kindern steht bei den Kindern unter drei Jahren das Bedürfnis nach Bindung im Vordergrund", erklärt Projektleiterin Ulrike Stening-Peters vom Caritasverband Borken. Für Fachkräfte bedeute dies, den Unterdreijährigen ein kontinuierliches und verlässliches Beziehungsangebot zu machen, um deren Entwicklung positiv zu unterstützen. "Beziehungsarbeit ist zentrales Thema in der U3-Pädagogik", so Stening-Peters.

Zielsetzung des Projekts der Psychologischen Beratungsstelle ist die Entwicklung eines Fortbildungsangebots für Fachkräfte in theoretischer, methodischer und praktischer Hinsicht. "Das Fortbildungsprogramm ist so konzipiert, dass vor allem die Kinder mit ihrem Bedürfnis nach Bindung und Beziehung profitieren, aber auch die pädagogischen Fachkräfte mit ihrem Wunsch nach persönlicher Weiterentwicklung berücksichtigt werden", so Stening-Peters.

So lernen die Teilnehmenden etwa mit einer videogestützten Beobachtungsmethode ("Marte Meo"), den Entwicklungsstand eines Kindes in alltäglichen Situationen zu erfassen, besondere Bedarfe zu identifizieren als auch positiv unterstützendes Verhalten des Erziehenden sichtbar zu machen. In kollegialer Fallberatung werden Lösungsansätze entwickelt, um Erziehungsprobleme aus dem Alltag zu bearbeiten. Zudem wird zu Fachvorträgen zu unterschiedlichen Themen eingeladen, etwa zur "Frühförderung" oder "Die Kleinen haben viel zu erzählen - Kommunizieren mit den Händen".

"Leitidee des Fortbildungsangebotes ist es, die Betreuungsqualität in der U3-Arbeit zu stärken", erklärt Dr. Stephan Rietmann, Leiter der Psychologischen Beratungsstelle des Caritasverbandes. Die angebotenen Module böten sowohl das Erlernen fachlicher Kompetenzen insbesondere der Beobachtung und Reflexion als auch persönliche Entwicklungschancen für die Fachkräfte. "Die positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden machen den Nutzen dieser Fortbildung deutlich", so Rietmann. Demnach trage das Projekt zur Qualitätssicherung im U3-Bereich bei und komme somit den Familien und insbesondere den Kindern mit ihrem Bedürfnis nach Bindung zu Gute.

Das Projekt ist 2013 gestartet und läuft noch bis Ende 2015. In diesem Zeitraum werden die einzelnen Module wiederholt angeboten, um auch dem Wunsch nach erneuter Durchführung zu entsprechen. Weiterhin findet ein fachlicher Austausch zwischen Vertretern der Stadt Borken, den Kindertageseinrichtungen und der Psychologischen Beratungsstelle statt, um Erfahrungen, die dauerhafte Sicherung der Projektergebnisse sowie Wünsche und Erwartungen abzustimmen.

 

Die videogestützte Beobachtungsmethode „Marte Meo“ trägt nach den Erfahrungen in diesem Projekt zur Qualitätssicherung in den Einrichtungen bei. Anhand von Videoaufnahmen werden die Stärken und Entwicklungsbereiche der fachlichen Arbeit dokumentiert. Dazu Statements von Teilnehmerinnen:

Bianca Bekker von der DRK-Kindertagesstätte "Spielwiese" in Borken:
"Mit den Videoaufnahmen wird jeder Blick, jedes sich zuwenden, jedes kleinste Lächeln, alle Gesten sichtbar. So gibt mir die Methode ganz konkrete Handlungsmöglichkeiten, wie ich mit dem Kind dann weiter umgehen kann. Wir arbeiten in unserer Einrichtung nach dieser Methode, weil ich es besonders positiv finde, dass man an die vorhandenen Ressourcen anknüpfen kann."

Brigitte Karel vom KSB Familienzentrum "Kreisel" in Borken:
"Die videogestützte Beobachtungsmethode hat mir gezeigt, dass ich mich konsequent an den Stärken des Kindes orientiere. Im Laufe der Fortbildung habe ich gemerkt, wie gut sich das Kind, das ich begleitet habe, entwickelt hat."

Christiane Engelbrecht-Gerwers:
"Mir wird meine Arbeit bewusster am einzelnen Kind und auch, dass das Band zwischen dem Kind und mir noch mal enger geknüpft wird, ohne es einzuengen. Die Methode reflektiert meine Arbeit, wie ich mit dem Kind rede, was wichtig ist dabei und wie ich es widerspiegele. Dadurch vermittele ich dem Kind Selbstvertrauen, Akzeptanz und Wertschätzung."

Marlene Schulten aus der Kindertageseinrichtung St. Marien in Borken-Rhedebrügge:
"Marte Meo hilft mir noch mal einen neuen Blick auf die Kinder zu werfen. Die Arbeit mit dem Kind wird dadurch intensiver. Man lernt, sich zu 'entschleunigen', sich selbst und den Kindern mehr Zeit zu geben. Dadurch, dass man das Kind in seinem Handeln begleitet und alles benennt, was es gerade tut, wird dem Kind sein eigenes Handeln bewusster. Das steigert enorm das Selbstbewusstsein."

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