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Münster/ Dekanat Borken, 21. Januar 2016  

"Dokumentationswahnsinn auf dem Rückzug"

Caritas nennt drei wichtige Ziele: Mehr Zeit für Menschen, Steigerung der Ergebnisqualität, entbürokratisierte Pflegedokumentation

"Der Dokumentationswahnsinn ist auf dem Rückzug", freute sich
Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann beim Fachtag
im Dülmener St. Barbara Haus. (Foto: Schwerdt/ Caritas.)

Dülmen (cpm). Die Pflegekräfte der Caritas im Bistum Münster können langsam ein wenig durchatmen. "Der Dokumentationswahnsinn ist auf dem Rückzug", freut sich Diözesancaritasdirektor Heinz Josef Kessmann. In Zukunft könne hoffentlich mehr Zeit für die Menschen bleiben, die in den Einrichtungen und Diensten im Bistum Münster gepflegt werden. Dafür werden im Bistum Münster federführend Methoden in den Projekten PraxSIS und EQMS angewandt werden. Die Instrumente basieren schon auf dem Neuen Begutachtungsassessment das ab 2017 eingeführt werden wird.

"Die unterschiedlichen Namen stehen letztendlich für drei Ziele", erklärt Anne Eckert, Referatsleiterin Altenhilfe: Die Ergebnisqualität der Pflege wird gesteigert und besser sichtbar gemacht, die Pflegedokumentation in den Einrichtungen kann einfacher gestaltet werden und das Wichtigste: "Die Selbständigkeit der pflegebedürftigen Menschen und deren Erhalt steht im Mittelpunkt der Anstrengungen", sagte Eckert auf einem Fachtag der Caritas in Dülmen.

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Vollständig besetzt waren die Plätze im Saal des Dülmener St. Barbara Hauses
beim Caritas Fachtag zur Pflegedokumentation. (Foto: Schwerdt/ Caritas)

Bis alles rund läuft, wird es jedoch noch ein längerer Weg sein. "Der Teufel wird im Detail stecken", warnte Andreas Burkert, der im NRW-Gesundheitsministerium für Pflegefragen zuständig ist. Durch das neue Pflegestärkungsgesetz sei zwar vieles formal beschlossen, doch das Bewusstsein für die Veränderungen müsse sich noch bilden. Zugleich lobte er die Arbeit der Caritas: "Auf das bisher Erreichte können und sollten Sie stolz sein."

Wie die Harmonisierung der einzelnen Projektbausteine in der Praxis aussehen könnte, brachte Professor Dr. Andreas Büscher, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Netzwerkes für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP), auf den Punkt. "Zwischen den einzelnen Modulen bestehen keine Widersprüche", so Büscher. Wichtig sei es für die Einrichtungen jedoch selbstbewusst daraus ein eigenes Konzept zu entwickeln. "Wer dieses Konzept dann proaktiv vertritt, erleichtert sich zumeist die Zusammenarbeit mit Behörden und Kostenträgern", ist sich Büscher sicher.

Dass das in der Praxis schon ganz gut funktioniert, zeigen Erfahrungen aus Coesfeld und Wolbeck. Jochen Fallenberg vom ambulanten Pflegedienst ViCA und Bernhard Sandbothe vom Wolbecker Achatiushaus referierten auf dem Fachtag über ihre Erfahrungen im Alltag. Ihr einmütiges Fazit: "Die Entwicklung ist positiv."

006-2016 (jks) 21. Januar 2016

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