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Borken, 19. August 2016  

Bauen und Wirbeln

Erste Standorte des OGS-Projektes "Trommelwirbel" gestartet / Dreijähriges Projekt nimmt Arbeit mit Jungen besonders in den Fokus

16_08_19_Trommelwirbel_Gemen

Borken-Gemen / Münster (cpm). "Ach, wie ist es schön, der Allerstärkste zu sein!" Immer wieder schallt dieser Satz durch einen Klassenraum der Cordulaschule in Borken-Gemen. Dort sitzen 13 Jungen im Alter von acht bis zehn mit drei Betreuern und schlagen in einem wiederkehrenden Rhythmus auf fantasievoll bemalte Trommeln. Nicht alle halten den Takt, aber es ist auf jeden Fall schön laut.

Alle Jungen nehmen an der Ferienaktion "Trommelwirbel" teil, die der Diözesancaritasverband mit sechs Standorten des Offenen Ganztages (OGS) im Bistum Münster durchführt. In jeweils einer Ferienwoche kommt ein Team aus Theaterpädagogen und Instrumentenbauern in die Schulen, um dort ausschließlich mit Jungen zu arbeiten. Der Titel des auf drei Jahre angelegten Projektes ist dabei wörtlich zu nehmen: Die Jungen bauen nicht nur eigene Trommeln, sondern sorgen auch für einigen Wirbel auf der Bühne.

Als Thema für die Woche in Gemen wurden Märchen der Gebrüder Grimm ausgewählt. Allerdings nicht ganz so, wie man es erwartet: Der böse Wolf - mit Lederjacke und Pilotenbrille - begegnet auf dem Weg durch den Wald vielen anderen Märchengestalten. Sie alle haben natürlich große Angst vor dem Wolf, der sich als der Allerstärkste fühlt. Das Ende soll hier nicht verraten werden, doch Wilhelm Neu gibt einen kleinen Hinweis: "Es geht darum, dass man auch mal Schwächen zugeben kann und vor allem darf." Der Theaterpädagoge aus Münster ist vor allem für das szenische Spiel der Jungen zuständig.

Hinzu kommt der handwerkliche Teil der Projektwoche: "Beim Bau der Trommeln sind die Jungen sehr konzentriert dabei", hat Wilhelm Neu beobachtet. Gebaut werden die lautstarken Instrumente unter fachkundiger Anleitung des Münsteraner Instrumentenbauers Christoph Studer. Unterstützt werden die beiden vom Team der OGS. "Schließlich ist diese Woche nur der Auftakt. Im Anschluss sollen sich an den Schulen spezielle Angebote für Jungen etablieren", erklärt Wilhelm Neu.

Dafür werden in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit Fortbildungen für die Mitarbeitenden in den OGS durchgeführt, die zu nachhaltigen Ergebnissen an den Schulen führen sollen. "Jungen arbeiten gerne ergebnis- und erlebnisorientiert", erklärt Dr. Bernhard Hülsken, der beim Diözesancaritasverband für "Trommelwirbel" verantwortlich ist. Mit der Einführung spezieller Angebote für Jungen könne man dem Rechnung tragen. Der Abschluss einer jeden Woche bildet eine Aufführung, an der vor allem die Eltern teilnehmen. Dann wird geklärt, wer denn nun der Allerstärkste ist.

www.caritas-trommelwirbel.de

080-2016 (jks) 19. August 2016

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