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Gescher, 24. März 2017  

"Kartoffelschälen ist Gehirnjogging"

Wellness hat viele Gesichter: Altenwohnheim St. Pankratius startet Aktionswoche des Wohlbefindens

Von Helene Wentker

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Fürs Mittagessen schälen Ingeburg Königshofen-Natau (links vorne)
und Marianne Angenendt Kartoffeln,
während Sozialarbeiterin Gerburgis Dinkheller (rechts hinten)
und Angelika Rösgen (links hinten) als ehrenamtliche Helferin
den beiden Seniorinnen über die Schultern schauen.

GESCHER. Kartoffelschälen hat viele positive Effekte: "Es stärkt das Gedächtnis, weil gleichzeitig beide Hände etwas anderes tun: Und das ist Gehirnjogging. Darüber hinaus übt man das Greifen, und Biografiearbeit läuft ganz nebenbei. Denn die meisten haben doch schon manchen Lkw voll Kartoffeln in ihrem Leben geschält", lächelt Gerburgis Dinkheller, Sozialarbeiterin im Altenwohnheim St. Pankratius. Kurzum: Selbst Kartoffelschälen macht Spaß. Das jedenfalls finden die Seniorinnen, die sich mittwochs in der Kochgruppe um Ehrenamtlerin Angelika Rösgen im Altenheim versammeln, um miteinander zu kochen.

Doch in diesen Tagen stehen viele Extras mehr auf dem Programm, denn "Wellness" beziehungsweise die "Woche des Wohlbefindens" ist angesagt. Traditionsgemäß in der vorösterlichen Zeit startet das Altenwohnheim eine solche Themenwoche beispielsweise zu "Bier" (2016) oder "Honig" (2015).

Nun also geht es ums Wohlbefinden. Der Tanztee kurz nach Eröffnung der Woche war da bereits ein großer Erfolg. 45 Besucher - und damit die Hälfte der Bewohnerschaft - fanden sich ein zum Schunkeln und sogar Tanzen zu Howard Carpendales und Udo Jürgens Evergreens. "Da gehen die Gesichter auf, und jeder macht nach seinen Fähigkeiten mit", erzählt Gerburgis Dinkheller.

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Einen guten Tropfen schenkt Alltagsbegleiterin Waltraud Pierk
hier Hedwig Schunke (links) und Elisabeth Hemsing ein,
die in Liegestühlen der Wohlfühloase Platz genommen haben.

Auf Gegenliebe stoßen, da ist sie sicher, wird auch der "Kulturklatsch". Bei einem Cocktail können sich die Bewohner dann zum Thema "Kuren wie einst Kaiserin Sissi - oder wo man selbst schon eine Kur erlebt hat" austauschen. Freitag ist Brunchen angesagt, "auch mal ganz was anderes", kommentiert die Sozialarbeiterin. Mit einem Smoothie geht es in die neue Woche, in der man sich der "guten alten Zeit" widmen will. Ihren Abschluss finden die Angebote der Themenwochen am 31. März mit einer Gesangsstunde bei Gitarre mit Elisabeth Abbing.

Den Erfolg solcher Aktionen sichert laut Geburgis Dinkheller ein wichtiger Faktor: Die Logistik und Unterstützung, die Gescheraner dem Altenwohnheim zusichern. "Da kommen Chöre oder Schulklassen und bringen Leben ins Haus", sagt Dinkheller. Und über fünfzig Ehrenamtliche sind immer wieder zur Stelle, "sonst könnten wir so was gar nicht schaffen", gesteht sie schlicht ein. Vor allem sind es die Kontakte zur Außenwelt, die für die Senioren so wertvoll sind. "Das Neueste über gemeinsame Bekannte wie Änne und Paula wissen Gescheraner während solcher Besuche zu erzählen", sagt Dinkheller. Und Nachbarn, die nicht einfach als Gäste ins Haus kamen, solange die alten Leute daheim lebten, besuchen sie dann im Altenheim.

Immer seien Ehrenamtliche gern gesehen. Besonders auch zum Rollstuhlschieben bei Spaziergängen oder Ausflügen leisteten sie wertvolle Unterstützung, lobt Dinkheller. Währenddessen hat sie die Tür zur Wohlfühloase geöffnet, die sonst als Bastelraum dient. Gedämpftes Licht, angenehme Düfte, bequeme Liegestühle laden in der Woche des Wohlbefindens zum Verweilen ein. Ein Gläschen Sekt gibts auch dazu. Wellness pur - und vielleicht noch ein ganz kleines bisschen besser als Kartoffelschälen...

Quelle: Gescherer Zeitung