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Konakt

Kerstin Kock
Kontakt- und Beratungsstelle
Ramsdorfer Straße 9
46342 Velen
Telefon: 02863 761811
E-Mail: kub@caritas-borken.de

Marijan Renic, Schwerpunkt Integrationsagentur und interkulturelles Projektmanagement
Turmstraße 14
D-46325 Borken
Telefon: ++49 (0) 2861 945 716
Fax: ++49 (0) 2861 945 899
E-Mail: migration@caritas-borken.de

 
Borken, 26. April 2017  

Neues Projekt: Psychosoziale Beratung und Unterstützung von psychisch belasteten, geflüchteten Menschen in der Region Borken

 

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Der ländlich geprägte Kreis Borken hat über 5.000 geflüchtete Menschen innerhalb kurzer Zeit aufgenommen, die meisten aus Syrien, Somalia und Afghanistan. In der Beratungspraxis tauchen vermehrt Anfragen psychisch belasteter Geflüchteter auf. Grund sind traumatische Kriegs- und Fluchterfahrungen wie z. T. auch die gesellschaftlichen und sozialen (Integrations-) Herausforderungen in Deutschland.

Die Infrastruktur zum Beispiel muttersprachlicher Therapeuten oder spezialisierter Zentren ist in ländlichen Strukturen wie im Kreis Borken gegenüber Ballungszentren geringer ausgebaut bzw. gar nicht vorhanden. Dies erfordert andere Ansätze der Begleitung und Betreuung der Zielgruppe. Die Menschen leben vielfach beengt in Gemeinschaftsunterkünften, meist ohne Privatsphäre, weit verstreut, sind häufig ohne Beschäftigung und oft isoliert. Die häufig auftretende Ungewissheit über das Schicksal von Familienangehörigen, den ungewissen Ausgang und die quälend lange Bearbeitungsdauer der Asylverfahren sowie der Druck, "funktionieren" zu müssen, erschweren die Situation der psychisch belasteten Geflüchteten zusätzlich.

Diese Belastungen werden jedoch häufig aufgrund der kulturellen Identität tabuisiert. Der individuelle Hintergrund und die Sprachbarriere erschweren zusätzlich den Zugang zu psychosozialen Diensten.

Umsetzung des Projekts

Als Unterstützung wird ein regelmäßiges Gruppenangebot mit niederschwelligem Zugang über die Kontakt- und Beratungsstelle eingerichtet. Die Anleitung wird durch eine Kraft mit Migrationserfahrung sichergestellt.

Der geschützte Rahmen soll eine Vertrauensbasis schaffen, um spezifische Probleme und Fragestellung zu thematisieren. Ziel ist, zumindest stabilisierende Maßnahmen und Bewältigungsstrategien zu erarbeiten und durch niederschwellige Hilfen Entwicklungen frühzeitig aufzufangen. Die Förderung einer Tagesstruktur soll zu Verbesserungen der Lebenssituation der Betroffenen führen. Die Stabilisierung der psychosozialen Situation steht dabei im Vordergrund. Ressourcen sollen gestärkt werden, ebenso die Förderung der Resilienz, wie auch das Erkennen von belastenden Faktoren.

Die Fachkräfte, organisiert in Netzwerken, vermitteln ggf. zu Psychotherapeuten, zum St. Vinzenz Hospital, Sucht- und Familienhilfen, und weiteren Beratungs- und Betreuungsangeboten des psychosozialen Netzwerks im Kreis Borken.

Weitere Infos zum Thema »Archiv 2017«