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Gescher, 10. Juli 2017  

Kleine Schritte statt Riesensprünge

Wie Sozialpädagogische Familienhilfe das Leben verändern kann: Eine junge Frau berichtet

Von Helene Wentker

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GESCHER. Entspannt sitzt der kleine Justin auf dem Schoß seiner Mama und lächelt verschmitzt. Zum ersten Mal darf er heute mit Opa und Oma im Wohnmobil verreisen. Das wird ein Abenteuer! Auch Mutter Meike L. wird an diesem Tag eine Premiere feiern, auf die die 22-Jährige stolz ist: "Am Nachmittag unterschreibe ich meinen Ausbildungsvertrag als medizinische Fachangestellte, nachdem ich kürzlich den Hauptschulabschluss mit 1,3 nachgeholt habe." Eine Erfolgsgeschichte wie im Bilderbuch wird hier geschrieben vor dem Hintergrund einer Vergangenheit, über die Meike L. freimütig bekennt: "Es war nicht einfach mit mir. In der Pubertät habe ich gemacht, was ich wollte. Habe mich dann selbst an das Jugendamt gewandt. Dort hat man mir Frau Ebbert an die Hand gegeben. Seither läuft es besser."

In dieser Kurzbeschreibung liegt ein fünfjähriger Entwicklungsweg, auf dem die Familienpädagogin Ingrid Ebbert, Mitarbeiterin des Caritasverbandes Borken, Meike L. phasenweise begleitet hat. Sozialpädagogische Familienhilfe: Hinter diesem sperrigen Wort verbirgt sich ein Hilfsangebot, von dem Meike L. heute sagt: "Mir hat es geholfen, mich selbst zu finden." Mit 15 brach die junge Frau die Schule ab. Hatte die falschen Freunde, geriet auf die schiefe Bahn. Schon damals band SPFH-Mitarbeiterin Ingrid Ebbert Meikes Eltern in den Beratungs- und Lernprozess mit ein. Dass Meike L. heute weiß, "dass beide Eltern bei einer einmal getroffenen Entscheidung bleiben und diese nicht mehr verhandeln", ist ein konkretes Ergebnis dieser Beratungen.

Sozialpädagogische Familienhilfe

Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) ist eine Hilfe zur Erziehung. Ratsuchende können einen entsprechenden Antrag beim Jugendamt stellen. Manchmal kommen Hinweise auf solchen Bedarf auch von außen, etwa von Schulen. In der betreffenden Familie wird dann vor Ort geschaut, warum sich die Notwendigkeit einer solchen Unterstützung abzeichnet. Ist die Entscheidung für die begleitende Hilfe auf Zeit gefallen, gibt das Jugendamt den Fall weiter an freie Träger wie den Caritasverband oder die Evangelische Jugendhilfe. In einem Gespräch mit allen Betroffenen werden dann die Ziele formuliert, die die ratsuchende Familie mit Unterstützung erreichen will; anhand einer so genannten Hilfeplanung werden diese Ziele überprüft. Vor Ort in der betroffenen Familie beginnt anschließend die konkrete Arbeit. Zwischen drei bis sechs Stunden wöchentlich besucht der Berater in der Regel für die Dauer der Maßnahme - der Richtwert liegt bei etwa 18 Monaten - die jeweilige Familie.

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Quelle: Gescherer Zeitung  

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