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Borken, 2. März 2018  

Beeindruckende Ausstellung von Geflüchteten

Geflüchtete haben Fotodokumentation erstellt | Bilder sind in der VR-Bank in Coesfeld zu sehen

Freuen sich über die Ergebnisse des Projekts "Gib uns (erer Zukunft) ein Gesicht" (von links):
Berthold te Vrügt, Dr. Anne Täubert (beide VR-Bank), Klaus Schneider (Pictorius),
Dr. Thomas Robers (Stadt Coesfeld), Gregor Twilling (Kreis Coesfeld), Gabrielle Reller (Pictorius),
Marijan Renic (Caritas Borken), Özlem Reddig (Kreishandwerkerschaft Coesfeld),
Kerstin Steentjes und Désirée Karpe (Leiterinnen des Projekts)

Coesfeld. Gib unserer Zukunft ein Gesicht - so lautet der Titel einer Fotoausstellung, die bis Mitte März im Coesfelder KompetenzCentrum der VR-Bank Westmünsterland zu sehen sein wird. Junge geflüchtete Menschen aus verschiedenen Ländern dieser Welt haben die Bilder arrangiert. Mit den 28 Eigendarstellungen rücken die Jugendlichen ihre Vergangenheit und jetzige Situation in den Blickpunkt. Die Präsentation ist das Ergebnis eines Projektes, bei dem sich die Flüchtlinge mit ihrer persönlichen Geschichte auseinandergesetzt und die Erlebnisse aufgearbeitet haben. Die Neuankömmlinge gehören zu den Internationalen Förderklassen des Pictorius-Berufskollegs.

Die gesamte Fotoaktion ist eines von sieben Integrationsprojekten, die die VR-Bank Westmünsterland im Rahmen ihrer Projekt-Ausschreibung "Vielfalt im Münsterland - wir machen den Weg frei" gefördert hat. Nachdem die Aufnahmen bereits im Berufskolleg zu sehen waren, sollen sie nun "einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden", erläuterte VR-Bank-Vorstand Berthold te Vrügt bei der Ausstellungseröffnung. Mit den Bildern bringen nach Worten des Vorstands die Flüchtlinge auf besondere Weise ihre persönliche Situation zum Ausdruck. "Die Bilder sind fast wie Gedichte", so te Vrügt weiter. "Sie haben mich in ihren Bann gezogen."

Schulleiter Klaus Schneider
und Stellvertreterin Gabrielle Reller

Klaus Schneider, Schulleiter des Pictorius-Berufskollegs, hob hervor, dass das Ergebnis des Projektes nicht nur die Bilder seien, sondern der Prozess, gemeinsam etwas zu tun. "Die Bilder spiegeln die Vergangenheit, oft verbunden mit traumatischen Erfahrungen, aber auch viele Träume und Hoffnungen der Jugendlichen wieder. Sie lassen Platz für Interpretationen: Ist da vielleicht mehr drin als ich sehe?", so Schneider weiter.

Unterstützung erhielten die Schüler von der Studienrätin und freien Fotografin Desiree Karpe und der Diplom-Pädagogin Kerstin Steentjes. Beide haben das Projekt federführend betreut. Sie lobten die enge und gute Zusammenarbeit mit den Flüchtlingen und hoben hervor, dass es zunächst durchaus sprachliche Hürden gegeben habe, diese aber schon nach kurzer Zeit überwunden werden konnten. Sowohl Karpe als auch Steentjes hoben das große Engagement hervor, mit dem die jungen Menschen sich in das Projekt eingebracht hätten. "Wir sind zu einem Team zusammengewachsen", so die Lehrerinnen.

Erfreut zeigte sich Dr. Thomas Robers, Beigeordneter und Schuldezernent der Stadt Coesfeld, über den Zeitpunkt des Projektes. "Er ist mehr als passend, denn Vielen ist die Notwendigkeit der Flüchtlingsintegration längst nicht mehr so bewusst, diese sei aber weiterhin groß", so Robers. "Integration ist ein weiter Weg, wir brauchen einen langen Atem."

Özlem Reddig von der Kreishandwerkerschaft Coesfeld, die als Beiratsmitglied unter anderem dieses Projekt ausgewählt hat, erklärte, dass mit der Ausstellung auch die Bereitschaft der Jugendlichen zum Ausdruck komme, sich in das gesellschaftliche Leben zu integrieren und auf das Leben in ihrer neuen Heimat einzulassen. Lobende Worte fand auch Marijan Renic, ebenfalls Beiratsmitglied, von der Integrationsagentur der Caritas Borken. "Die Fotoausstellung ist sehr gelungen, ich hoffe, dass diese Bilder auf Reisen gehen", so Renic. Gregor Twilling, Abteilungsleiter Schule, Bildung und Kultur des Kreises Coesfeld, bot als nächsten Ort die Räume der Kreisverwaltung in Coesfeld an.

Berthold te Vrügt, Vorstand VR-Bank
Westmünsterland eG (rechts)
und Dr. Thomas Robers (Stadt Coesfeld)

Der VR-Bank Westmünsterland, so erläuterte Berthold te Vrügt, sei die Unterstützung dieses und weiterer sechs Projekte sehr wichtig. Das Geldinstitut wolle auf diese Weise einen Beitrag leisten, dass Integration gelinge. Im Frühjahr hatte die VR-Bank die Ausschreibung ins Leben gerufen und ein Finanzvolumen von 35.000 Euro bereitgestellt. Um eine finanzielle Förderung hatten sich 29 Antragsteller beworben. Ein Projektbeirat hatte daraufhin die Auswahl getroffen, welche Projekte finanziell flankiert werden.